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Honorararzt Gehalt: was bleibt wirklich übrig

Als Honorararzt verdienst du pro Stunde meist deutlich mehr als in Festanstellung. Ob unterm Strich mehr übrig bleibt, hängt aber davon ab, was du selbst tragen musst. Diese Seite ordnet Honorar und Festanstellung ehrlich ein. Konkrete Stundensätze nach Fach findest du auf der Seite "Was ist deine Stunde wert?".

Honorar ist nicht Netto

Der hohe Stundensatz ist ein Bruttohonorar für Selbstständige. Davon gehen ab: Einkommensteuer, deine komplette Krankenversicherung (ohne Arbeitgeberanteil), Altersvorsorge, Berufshaftpflicht, und die Zeit ohne Einsatz, die niemand bezahlt. Ein Festgehalt enthält den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, bezahlten Urlaub und Kündigungsschutz. Diese Posten musst du als Honorararzt aus dem höheren Stundensatz selbst finanzieren.

Steuer und Abgaben, das Grundprinzip

Ärztliche Tätigkeit gilt steuerlich als freiberuflich (§18 EStG), nicht als Gewerbe. Heilbehandlungen sind in der Regel umsatzsteuerfrei (§4 Nr. 14 UStG). Das sind die Grundlinien, die konkrete steuerliche Behandlung deiner Einsätze klärst du mit einem Steuerberater. Erfundene Netto-Beispiele helfen dir hier nicht, weil Steuersatz, Versicherung und Ausgaben individuell sind.

Der Statusfaktor

Wer regelmäßig als Honorararzt in einer Klinik arbeitet, gilt sozialversicherungsrechtlich oft nicht als selbstständig, sondern als abhängig beschäftigt (§7 SGB IV). Das kann bedeuten, dass Beiträge anfallen, mit denen du nicht gerechnet hast. Kläre den Status im Zweifel über ein Statusfeststellungsverfahren, bevor du dauerhaft auf Honorarbasis planst. Mehr dazu auf der Seite "Was ist ein Honorararzt".

Faustregel für den Vergleich

Rechne das Honorar nicht gegen dein bisheriges Bruttogehalt, sondern gegen die Vollkosten deiner Festanstellung. Ziehe vom Honorar Krankenversicherung, Altersvorsorge, Haftpflicht, Steuer und die unbezahlten Lücken ab. Erst dann siehst du, ob der Mehrverdienst real ist oder nur auf dem Papier steht. Für viele lohnt es sich, für manche nicht, das hängt von Fach, Auslastung und Lebenssituation ab.

FAQ

Verdient ein Honorararzt mehr als ein Festangestellter?
Pro Stunde fast immer. Netto und über das Jahr gerechnet nicht automatisch, weil du Sozialabgaben, Versicherung und einsatzfreie Zeit selbst trägst.

Zahlt der Auftraggeber Sozialabgaben?
Bei echter Selbstständigkeit nicht. Wird der Einsatz aber als abhängige Beschäftigung eingestuft, können Beiträge nachträglich anfallen, das trifft vor allem den Auftraggeber.

Ist mein Honorar umsatzsteuerpflichtig?
Heilbehandlungen sind in der Regel umsatzsteuerfrei (§4 Nr. 14 UStG). Für nicht-heilkundliche Leistungen kann das anders sein, das klärt der Steuerberater.

Wie sichere ich mich fürs Alter ab?
Als Arzt bist du meist im berufsständischen Versorgungswerk pflichtversichert. Ob und wie das für Honorartätigkeit gilt, klärst du mit deinem Versorgungswerk.

Stand: Juli 2026.
Keine Rechts- oder Steuerberatung. Für deine Situation Steuerberater und Versorgungswerk hinzuziehen.

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